Fazit - Manchmal ist ein halbes Jahr ein ganzes Leben
24. Oktober 2009 19:08, geschrieben von lido, Kategorien [ Allgemein ][ (1) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
Nun ist unsere Reise also vorbei und wir sind zwar ein bisschen müde, aber wohlbehalten wieder in Deutschland angekommen. Natürlich freuen wir uns sehr, wieder daheim zu sein und Familie und Freunde wieder zu sehen, aber trotzdem ist es schade, dass unser Trip um die Welt nun zu Ende ist und für uns bald der Alltag wieder anfängt.
Wir waren auf unserer Reise genau 145 Tage unterwegs und haben in dieser Zeit 50 Stationen bereist, sind also im Durchschnitt ca. 3 Tage an einem Ort geblieben. Das hört sich ein bisschen an, als wären wir auf der Flucht gewesen, wir haben es aber nie als wirklich stressig empfunden. Insgesamt haben wir in den 20 Wochen 37 mal geflogen, was uns ermöglicht hat, eine Distanz von 82.923 km zurückzulegen. Dabei zählen sicherlich die wenigen Kilometer, die wir in der Mongolei auf dem Pferd und in Neuseeland schwimmend/floatend in den Höhlen von Waitomo verbracht haben, zu den spannendsten! Wir haben insgesamt 119 Nächte im Hotel, 14 Nächte auf einem Schiff, 6 Nächte im Zug, 5 Nächte im Flugzeug und 1 Nacht im Zelt verbracht – wobei die Nächte im Flugzeug und im Zug mit Abstand die unbequemsten waren und die Nacht in der mongolischen Jurte sicherlich die interessanteste!
Wenn wir unsere tatsächliche Reiseroute mit der geplanten vergleichen, haben wir zwar ein Land ausgelassen (Papua Neuguinea – hier hätten wir auf dem Landweg über Indonesien einreisen müssen, was uns nach den Attentaten in Jakarta zu gefährlich erschien), sind dafür aber auch an einigen Orten gelandet, die wir vorher nicht eingeplant hatten wie Australien, Neuseeland, die Osterinsel, Bolivien und Panama, von denen vor allem Neuseeland und die Osterinsel richtige Highlights unserer Reise waren!
Rückblickend können wir nur sagen, dass es eine wunderschöne, unvergessliche Zeit war, mit unglaublich vielen Eindrücken, Ereignissen und Erlebnissen, die wir sicherlich erst in der nächsten Zeit so richtig verarbeiten werden. Wir sind sehr dankbar dafür, dass wir eine so schöne Reise zusammen machen konnten und haben jeden Tag der vergangenen Monate in vollen Zügen genossen! Und wir nehmen die Erkenntnis mit nach Hause, dass uns in den nächsten Jahren die Reiseziele sicherlich nicht ausgehen werden – denn je mehr wir von der Welt gesehen haben, desto mehr schöne Orte haben wir entdeckt, die wir auch noch gerne bereisen würden.
Zeit kann man ja leider nicht festhalten, aber Eindrücke und Erinnerungen schon – und wir bringen eine Vielzahl von tollen Eindrücken mit nach Hause und natürlich auch geschätzte 20.000 Fotos, die uns dabei helfen, die Reiseerinnerungen noch lange frisch zu halten.

Buenos Aires – glanzvoller Abschluss einer großen Reise
18. Oktober 2009 11:33, geschrieben von lido, Kategorien [ Allgemein ][ (0) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
Der zweistündige Flug von Bariloche brachte uns an die letzte Station unserer Weltreise: Buenos Aires. Die Stadt ist mit ihren 12 Millionen Einwohnern einer der größten Ballungsräume des amerikanischen Kontinents und Heimat von einem Drittel aller Einwohner Argentiniens.
Die Sehenswürdigkeiten der Stadt, die schönen europäisch wirkenden Straßenzüge und Plätze, haben wir uns natürlich auch angeschaut, aber hauptsächlich haben wir die vier Tage hier genutzt, um es uns gut gehen zu lassen und die lange Reise noch einmal Revue passieren zu lassen. Dabei haben wir voll und ganz ausgenutzt, das Buenos Aires eine Vielzahl an tollen Restaurants hat, in denen man für unser Preisempfinden zu Spottpreisen 600g-Steaks und soviel guten Rotwein verzehren kann, das die Kopfschmerzen noch weit bis in den nächsten Tag hineingereicht haben. Und natürlich haben wir auch all das an Shopping nachgeholt, auf das wir in den letzten 6 Monaten verzichten mussten!
Neben dem Ausklingen der Reise haben wir aber auch ein weiteres Ziel erreicht, nämlich in Buenos Aires nicht ausgeraubt zu werden. Wir hatten unterwegs in Südamerika so viele Leute getroffen, die hier entweder bestohlen, bedroht oder ausgetrickst worden sind, das wir ganz besonders auf der Hut waren. Einmal hat man uns zwar Falschgeld angedreht, das wir aber dann auch schnell wieder unters Volk gebracht haben.
Und auch die glückliche Fußball-WM-Qualifikation der Argentinier im letzten Spiel gegen Uruguay konnten wir hautnah miterleben: Schon witzig zu sehen, wie eine ganze Stadt plötzlich leer und ausgestorben ist und sich vor jedem Fernseher in Kneipen und Geschäften riesige Menschentrauben bilden, die gebannt das Spiel verfolgen. Und als sich Argentinien dann tatsächlich kurz vor Schluss Argentinien durch ein Tor die WM-Teilnahme sichern konnte, hatte man das Gefühl, selbst im Stadion zu sein, so laut wurde auf den Straßen gebrüllt!
Patagonien Teil 2 - endlose Leere und Bergpanorama
14. Oktober 2009 20:26, geschrieben von lido, Kategorien [ Allgemein ][ (0) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
Ein bisschen haben wir die Größe und Leere Patagoniens doch unterschätzt. Zunächst mal war die Fahrt von Puerto Madryn an der Ostküste bis nach Bariloche ganz im Westen Argentiniens mit 950 km deutlich länger als gedacht und dann wären wir fast noch mit leerem Tank liegen geblieben, weil es nur alle 200 km mal eine Tankstelle gibt. Trotzdem war die Fahrt sehr schön und hat einen guten Eindruck von der Weite und kargen Schönheit Patagoniens gegeben. Auf einer Fläche von der doppelten Größe Deutschlands leben hier 1,2 Mio. Menschen in einer Landschaft, die als scheinbar unendliche Einöde aus Sand und Kies durchsetzt von Dornbüschen und Disteln, an einem vorbeizieht. Zu Patagonien zählt übrigens der Teil Argentiniens, der sich südlich des Rio Negro befindet, wobei wir nur den nördlichsten Teil Patagoniens bereisen, weil es im Rest einfach noch zu kalt ist.
Nach der langen Fahrt waren wir froh, endlich unserem Ziel, der Stadt Bariloche, näher zu kommen und die ersten Berge der Anden, Wälder und die wunderschönen Bergseen zu sehen. Die Gegend um Bariloche gilt als „argentinische Schweiz“ und tatsächlich erinnert nicht nur die Landschaft an die Alpenregion, sondern man findet hier auch tatsächlich Käsefondue auf der Speisekarte. Und selbst das Wetter mit einem bunten Mix aus Sonne, Wolken, Wind und Regen hat uns irgendwie an daheim erinnert.
Unseren dreitägigen Aufenthalt in Bariloche haben wir damit verbracht, die Umgebung und den Nationalpark Nahuel-Huapi zu erkunden und das tolle Bergpanorama und die dunkelblauen Gletscherseen zu bestaunen.
Zum Abschluss der Reise geht es jetzt noch einmal für ein paar Tage nach Buenos Aires, von wo aus wir dann auch die Heimreise antreten.
Patagonien Teil 1 - Whale Watching an der Peninsula Valdes
12. Oktober 2009 04:06, geschrieben von lido, Kategorien [ Allgemein ][ (0) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
Von Montevideo aus haben wir uns auf dem schnellsten Weg nach Patagonien gemacht: mittags mit der Fähre 3 Stunden über den Rio Plata nach Buenos Aires und von dort dann abends mit dem Flugzeug weiter nach Trelew. Da wir erst um kurz vor Mitternacht gelandet sind, sind wir eine Nacht dort geblieben und am nächsten Morgen mit einem Mietwagen in Richtung Norden nach Puerto Madryn gefahren und haben schon mal einen ersten Eindruck der patagonischen Landschaft bekommen: leer, karg, staubig und windig.
Unser Ziel war die Peninsula Valdes, die bis auf ein paar Schafsherden ähnlich karg wie der Rest Patagoniens ist, aber ein wahres Paradies für Meeresbewohner darstellt, da die kalte planktonhaltige Falkland-Strömung für reichlich Nahrung sorgt. Und daher finden sich an den Küsten jede Menge Magellan-Pinguine, die trotzig im kalten Wind stehend, und See-Elefanten, die allein schon aufgrund ihrer Körpergröße von bis zu 7 Metern und ihres Gewichts von 3 Tonnen sehr beeindruckend sind.
Der Hauptattraktion sind jedoch die Wale: Jedes Jahr im Winter kommen ca. 3.000 Glattwale in die Buchten der Peninsula Valdes, um sich dort zu paaren und ihre Jungen zur Welt zu bringen. Schon die Waljungen sind deutlich größer als die Boote, mit denen auch wir zum Whale Watching aufs Meer hinausgefahren sind. Und da Wale offensichtlich recht neugierige Tiere sind, kamen sie auch ganz nah an unser Boot heran und ließen uns staunen, wie groß sie wirklich sind. Ein bisschen mulmig wurde uns allerdings schon, wenn immer mal wieder ein Wal mit seinen fast 20 Metern im Abstand von 2-3 Metern unter unserem Boot hindurchgetaucht ist. Schön ist auch, dass die Wale sehr nah an die Küste kommen, so dass man zum Whale Watching gar nicht unbedingt aufs Meer hinausfahren muss, sondern ihnen auch vom Strand aus zugucken kann.
Jetzt verlassen wir aber erstmal die Küstenregion und fahren einmal quer von Osten nach Westen durch Patagonien, bis an die Andenregion unweit der chilenischen Grenze.
Geburtstagsfeier in Montevideo
08. Oktober 2009 15:04, geschrieben von lido, Kategorien [ Allgemein ][ (1) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
Ein sehr früher Abflug in Iguacu und ein Stopp in Sao Paulo führten uns nach Montevideo, der Hauptstadt von Uruguay, wo etwa die Hälfte der 3 Mio. Uruguayer lebt. Die Stadt liegt an der Mündung des Rio de la Plata in den Atlantik und beeindruckt vor allem durch ihre 22 km lange Uferpromenade, die Ramblas. Diese ist gesäumt mit vielen stylischen, teuren Stadtvillen, die sich auch in den besten Wohngegenden Deutschlands nicht verstecken bräuchten.
Die Innenstadt selbst ist vollkommen überladen und wirkt ein bisschen heruntergekommen, da an den einst eindrucksvollen Häusern seit Jahrzehnten nichts gemacht/renoviert wurde. Auch die Anzahl der Sehenswürdigkeiten hält sich in Grenzen, so dass wir das Sightseeing recht schnell abgehakt haben.
Daher konnten wir uns dann ganz darauf konzentrieren, Lillys Geburtstag zu feiern: ausschlafen, lange frühstücken und ein bisschen Shopping – schließlich rückt unsere Heimreise näher und damit zieht das Argument nicht mehr, dass wir nichts einkaufen können, weil wir sonst noch mehr Gepäck für den Rest der Reise mit uns rumschleppen müssten. Den Tag haben wir dann bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen lassen und dabei festgestellt, dass es die uruguayanischen Weine durchaus mit denen aus Argentinien und Chile aufnehmen können.
Die Iguacu-Fälle - Wassermassen en masse
06. Oktober 2009 21:50, geschrieben von lido, Kategorien [ Allgemein ][ (0) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
Nach zweistündigem Flug von Rio sind wir im beschaulichen Städtchen Foz do Iguacu im Dreiländereck zwischen Brasilien, Argentinien und Paraguay angekommen, um hier die Iguacu-Wasserfälle zu bestaunen. Einen Tag mit schlechtem Wetter und Regen mussten wir aussitzen, dann konnte es bei blauem Himmel und Sonnenschein endlich losgehen.
Die Wasserfälle liegen genau auf der Landesgrenze zwischen Brasilien und Argentinien, daher teilen sich beide Länder diese Touristenattraktion und haben beide hierfür ihren eigenen National Park eingerichtet, was uns schon einen ersten Grenzübertritt nach Argentinien beschert hat. Schön ist, dass man sich die Fälle nicht nur von einem Standort aus angucken kann, sondern in den beiden National Parks ein ganzes Gewirr an Wegen und Stegen geschaffen wurde, die über die Fälle, neben ihnen her und ganz nah an sie ran führen. Selbstredend, dass man es dabei nicht schafft, dass ganze trockenen Fußes zu überstehen…
Wir hatten viel über die Iguacu-Wasserfälle gehört, hatten sie uns aber nicht halb so beeindruckend vorgestellt, wie sie wirklich sind: breiter als die Victoria-Fälle, höher als die Niagara-Fälle und schöner und beeindruckender als beide zusammen! Auf einer Strecke von über 2 km donnern riesige Wassermassen aus 80 Metern Höhe in die Tiefe und bilden dabei je nach Wassermenge des Flusses Iguacu 150 bis 300 einzelne Wasserfälle – und das Ganze auch noch malerisch eingebettet in den südamerikanischen Regenwald! Es kommt es einem fast so vor, als wäre in Iguacu irgendwo ein großer Staudamm gebrochen und man kann nur staunen, woher die gewaltigen Wassermassen kommen. In der Landessprache werden die Fälle übrigens „Catacaras“ genannt… da klingt das Tosen des Wassers im Namen quasi schon mit!
Ansonsten haben wir ein paar gemütliche Abende in Foz do Iguacu beim Churrasco, dem brasilianischen Barbecue, verbracht: dabei gibt ein großes Salatbuffet und die Kellner kommen ständig mit riesigen Fleischspießen an den Tisch und schneiden einem dann mundgerechte Stücke auf den Teller – soviel man will und bis man nicht mehr kann! Schmeckt alles super, bis auf die beiden lokalen Spezialitäten Hühnerherzen und Truthahnhoden – nach einem ersten Bissen mussten wir den Geschmack mit ganz viel Caipirinha bekämpfen!
Regen in Rio
01. Oktober 2009 18:33, geschrieben von lido, Kategorien [ Allgemein ][ (3) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
Rio de Janeiro bezeichnet sich selbst als „cidade maravilhosa“ (wunderbare Stadt) und es gibt wahrscheinlich wirklich nur eine handvoll Städte auf der Welt, die über ein ähnlich spektakuläres Stadtbild verfügen: weiße Sandstrände, blaues Meer, mit Regenwald bedeckte Berge und ein schwierig zu verstehender Gegensatz zwischen den schicken Apartmenthäuser und Stadtvillen der Reichen und den Favelas-Siedlungen der Armen.
Leider hatten wir mit dem Wetter nicht so viel Glück, oder besser gesagt, ein schlechtes Timing, weil wir während unseres dreitägigen Aufenthaltes in Rio den Tag, an dem es 30 Grad warm und sonnig war, damit verbracht haben, am Strand der Copacabana rumzuhängen, die knappsten Bikinis und Badehosen der Welt zu bestaunen und Caipirinha zu trinken… Für unsere Stadttour am nächsten Tag hat das Wetter leider umgeschlagen und wir konnten bei 18 Grad, Regen und dichtem Nebel nur erahnen, wie eindrucksvoll die Sehenswürdigkeiten und wie wunderschön der Ausblick über Rio sein muss. Aber, wie sagt man so schön: wo ständig die Sonne scheint, ist meistens Wüste…
Aber auch im Regen ist Rio noch sehr beeindruckend und wir konnten die Highlights der Stadt besichtigen: Die Kathedrale, die in Anlehnung an alte Maya-Tempel gebaut wurde. Das Sambodromo, durch das die Karnvalsparaden ziehen und wo wir uns zumindest für ein paar Minuten mal in Kostüme werfen konnten. Das Maracana-Stadion, mit einer Kapazität von 200.000 das größte Stadion der Welt. Die Strände und Strandpromenaden von Ipanema, Leblon und Copacabana. Und natürlich den Corcovado mit der Christus-Statue und den Zuckerhut. Auf dem Corcovado hatten wir leider eine Sicht, wie sie selbst in den Alpen nur bei ganz schlechtem Wetter vorkommt und konnten teilweise vom Fuß der Statue aus nur die Umrisse der Statue erkennen. An die spektakuläre Aussicht über ganz Rio, die man bei gutem Wetter von hier aus hat, durften wir gar nicht denken. Auf dem Zuckerhut war es schon etwas besser, wenigstens konnten wir von hier aus den Blick auf das verregnete Rio etwas genießen. Fest steht auf jeden Fall, dass wir bei gutem Wetter noch mal wiederkommen müssen!
Ansonsten war das Stadtbild geprägt von der Entscheidung über den Austragungsort der Olympischen Spiele 2016, bei dem Rio mit Madrid, Tokio und Chicago konkurriert. Die Entscheidung fällt am 2. Oktober, wir sind gespannt!
Auf Piranha-Jagd im Amazonas
30. September 2009 04:10, geschrieben von lido, Kategorien [ Allgemein ][ (0) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
Nachdem sich die Organisation einer mehrtägigen Fahrt auf dem Amazonas ja als recht schwierig erwiesen hatte, waren wir mehr als erstaunt, dass unser Schiff, die M/V Desafio, die für 24 Passagiere Platz bietet, nur mit 6 Passagieren besetzt war – die Wirtschaftskrise lässt grüßen…
Wir hatten zum Glück ein ganz schönes Schiff erwischt und sind für 4 Tage auf dem Amazonas gekreuzt. „Der Amazonas“ stellte sich allerdings zu unserem Erstaunen nicht als ein Fluss dar, sondern als eine Vielzahl riesiger Flüsse, Flussläufe und Überschwemmungsgebiete, die das Amazonasbecken formen. Unsere Fahrtroute hat uns entlang der Abschnitte des Amazonas geführt, wo das schwarze Wasser des Rio Negro („schwarzer Fluss“) und das braune Wasser des Rio Solimoes zusammenfließen und sich für 10 Kilometer nicht vermischen.
Die Größe des Amazonas ist schon sehr beeindruckend und es ist schwierig, sich vorzustellen, dass der Wasserspiegel im Jahresverlauf aufgrund von Regenzeit und Schneeschmelze in den Anden um 15 Meter schwankt. Aktuell steht er noch relativ hoch und daher konnten wir bei unseren Ausflügen mit einem motorisierten Kanu vielfach durch die Baumwipfel überfluteter Regenwälder fahren.
Obwohl wir auch einige Ausflüge in den Dschungel entlang des Amazonas unternommen haben, fanden wir die Tierwelt eher weniger beeindruckend – wahrscheinlich auch ein gewisser Abstumpfungseffekt, der sich nach den Galapagos-Inseln eingestellt hat. Auf jeden Fall ist das Amazonasgebiet weniger wild und bewachsen, als man es sich vorstellt und man sieht weniger Tiere als gedacht. Erwähnenswert sind sicherlich die pinken Flußdelphine, die hin und wieder im Wasser auftauchen, kleine Äffchen, die sich durch die Bäume angeln und Kaimane, die man vornehmlich nach Einbruch der Dunkelheit am Uferrand sieht. Es blieb allerdings nicht bei der reinen Sichtung: unser Führer packte beherzt zu und zog einige besonders schöne Exemplare in unser Boot, um sie direkt mit den Worten „take a picture“ an uns weiterzureichen – Widerspruch war zwecklos, daher haben wir die Gelegenheit gerne wahrgenommen.
Höhepunkt unserer Reise war sicherlich unser Angelausflug, bei dem wir mit Angeln aus Bambus und blutigem Rindfleisch als Köder Piranhas geangelt haben – es ist unglaublich, wie schnell diese zubeißen, sobald das Fleisch im Wasser ist! Selbst beim Lösen des Fisches vom Haken muss man noch auf den Beißreflex der Piranhas aufpassen, da diese wirklich scharfe Zähne haben. Aus den Piranhas haben wir abends eine Fischsuppe gemacht; ein weiteres Ausrufezeichen unter den kulinarischen Leckerbissen auf unserer Reise!
Manaus - Operhaus und Affenhitze
28. September 2009 04:38, geschrieben von lido, Kategorien [ Allgemein ][ (1) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
Da wir auf unserer Reise unbedingt auch eine Fahrt auf dem Amazonas machen wollten, haben wir Station in Manaus gemacht, da die meisten Amazonas-Fahrten von hier starten.
Hätten wir gewusst, wie viel uns dieses Reiseziel organisatorisch abverlangen würde, hätten wir vielleicht zweimal über einen Stopp hier nachgedacht. Angefangen hat es mit unmöglichen Flugverbindungen nach Manaus, die uns aber zumindest einen Aufenthalt im schönen Panama beschert haben. Weiter ging es mit den Hotels vor Ort, die offensichtlich in einem Wettbewerb um das höchste Preisniveau bei gleichzeitig niedrigstem Servicelevel konkurrieren – und so wie es aussieht, haben wir den Sieger erwischt!
Und auch die Organisation der eigentlichen Tour auf dem Amazonas erwies sich leider als logistische Herausforderung und Zerreißprobe für unsere Geduld: etliche Anfragen an lokale Reisebüros blieben – trotz energischem Nachhaken und einem Zeitraum von 10 Tagen - unbeantwortet, entweder weil man in Brasilien keine Emails liest oder englische Emails grundsätzlich nicht beantwortet. Als wir es endlich geschafft hatten, mit einer Reiseagentur in Kontakt zu treten, konnte diese uns nur mitteilen, dass das Boot unserer Wünsche gerade heute seine letzte Kabine vergeben hatte. Glücklicherweise haben wir es nun vor Ort in Manaus doch noch geschafft, eine 4-Tages-Tour auf dem Amazonas zu bekommen und verlassen damit die Hauptstadt des Staates Amazonas wie geplant per Schiff!
Manaus mit seinen 2 Mio. Einwohnern liegt weit im brasilianischen Landesinneren, mitten im Dschungel und direkt am Amazonas. Ihre Existenz verdankt die Stadt hauptsächlich dem Kautschuk Boom Ende des 18. Jhd. Aus dieser Zeit stammt auch das beeindruckende Opernhaus von Manaus, das unumstrittene Highlight der Stadt, das man eher in Rom oder Paris vermuten würde, aber nicht im brasilianischen Dschungel.
Ansonsten ist Manaus vor allem eines: heiß! Jeden Tag hatten wir mit Temperaturen zwischen 36 und 39 Grad sowie 95% Luftfeuchtigkeit zu kämpfen und waren froh, uns ab und zu im lauwarmen Hotelpool abkühlen zu können.
Oh wie schön ist Panama!
24. September 2009 03:44, geschrieben von lido, Kategorien [ Allgemein ][ (1) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
Die südamerikanischen Flugpläne haben uns einen Abstecher nach Panama beschert, da die für uns günstigste Verbindung nach Manaus am Amazonas über Panama führt. Und das haben wir natürlich gerne angenommen, um uns persönlich zu überzeugen, wie schön Panama ist.
Panama City gilt als Miami Mittelamerikas, wobei die Einwohner augenzwinkernd hinzufügen, dass in Panama besser Englisch gesprochen wird, und tatsächlich sticht einem auf der Fahrt vom Flughafen in die Stadt zuerst die Skyline ins Auge. Auch sonst wirkt die Stadt sehr modern mit vielen stylischen Bars, tollen Restaurants und großen Shopping-Malls. Einen gelungenen Kontrast hierzu bildet die Altstadt, die mit den vielen alten Häusern im Kolonialstil ein bisschen an Havanna erinnert, allerdings bevor angefangen wurde, zu renovieren.
Nachdem wir uns von den vielen Eindrücken ausgiebig am Hotelpool erholt hatten (und festgestellt haben, dass die mittelamerikanische Sonne genauso schnell zum Sonnenbrand führt wie die südamerikanische…), durfte natürlich auch eine Besichtigung des Panama-Kanals nicht fehlen. Auf ihrem 8-stündigen Weg durch den Kanal zwischen Karibik und Pazifik müssen die Schiffe einen Höhenunterschied von 26m bewältigen und es ist beeindruckend zu sehen, wie sich die riesigen Schiffe durch die engen Schleusen zwängen.
Eigentlich schade, dass wir nicht noch mehr Zeit hatten, Panama zu erkunden. Aber jetzt ruft erstmal der Amazonas-Dschungel und darauf freuen wir uns!




